Unser Notruf 112

Eins vorab: Die Definition von "Hilfsfrist" (Aus der Quelle der DRK-Homepage)

Für die Rettung von Menschenleben ist der Zeitfaktor von entscheidender Bedeutung. Während jedoch früher die Bemühungen dahin gingen, Verletzte oder Kranke umgehend ins nächstgelegene Krankenhaus zu transportieren, wird heute mehr Wert auf das frühestmögliche Eintreffen des Rettungsdienstes sowie eine gute Erstversorgung am Unfall-/Erkrankungsort und während des Transports gelegt. Deshalb leiten sich aus den Landesrettungsdienstgesetzen die vozuhaltenden personellen und materiellen Ressourcen ab, wobei die Hilfsfrist eine zentrale Rolle spielt.

Definition: 

Die Zeit vom Eingang der Notfallmeldung in der Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes am Patienten (Hilfsfrist) soll aus medizinischen Gründen möglichst nicht mehr als 10, sie darf nicht mehr als 15 Minuten betragen.
(Hilfsfrist von 10 Minuten in mindestens 80 v.H., von höchstens 15 Minuten in mindestens 95 v.H.)
 

Nachdem ich am Dienstag, 24.01.2006, morgens so gegen 05:35 Uhr körperlich sehr schwach wurde, rief meine Mama sofort beim der Feuerwehrleitzentrale 112 an und verlangte nach einem Rettungswagen, der mich ins Krankenhaus bringen sollte.

Lt. meiner Mama wurde ganz klar gesagt, dass ich am "kollabieren" bin und unter "Atemnot" leide. Dies geschah lt. Bericht von der Einsatzleitstelle nach unseren Recherchen aber erst um 05:46 Uhr [dies ist von uns aus sehr zu bezweifeln!]. Der Rettungswagen wurde auch um 05:50 Uhr also 4 Minuten später sogar schon von der Leitstelle benachrichtigt. (Immerhin! Hätte ja auch noch mehr Zeit vergehen können bis die benachrichtigt werden.)

Nachdem um 05:55 Uhr, also fast 10 Minuten [oder 20 Minuten] später (Strecke von Oppenweiler nach Backnang, ca. 8km), noch kein Rettungswagen zu hören oder sehen war, rief mein Papa abermals beim Rettungsdienst 112 an und bekam einfach nur zu hören: "Die seien benachrichtigt!". Was will man in so einer Situation auch groß anderes erwarten? Dazu aber später mehr...

Kurz nach 06:00 Uhr, nachdem dann auch meine Oma und mein Opa bei uns im Haus durch die Aufregung wach geworden sind, rief meine Oma nochmals den Notruf 112 an. (Also schon über eine viertel Stunde [oder 25 Minuten] nach dem ersten Anruf bei der 112. (Es ist immer noch die gleiche Strecke von Oppenweiler nach Backnang, ca. 8km, für die man mit dem Auto bei ganz normalem Verkehr ca. 10 min. benötigt.)

Zwischenzeitlich hatte sich mein Zustand aber schon so verschlechtert, dass ich nur noch ganz schwach atmete.

Mein Papa wartete vor dem Haus auf den Rettungswagen, in der Hoffnung, dass dieser doch sofort eintreffen müsste. -> falsch gehofft, es vergingen nochmals etliche Minuten.

Meine Mama versuchte "Mund zu Mund-Beatmung" mit Widerbelebungsversuchen, da ich in zwischen das Bewusstsein verloren hatte und meine Atmung aussetzte.

Meine Oma griff abermals zum Telefonhörer und wählte wieder um die 112 um sich nach dem noch nicht eingetroffenen Rettungswagen zu erkundigen. Sie fragte den Mann an der anderen Leitung: "Wenn dem Kind etwas passiert?" Daraufhin dieser sofort: "Wollen Sie mir drohen?".

Daraufhin wurde dann das Gespräch beendet, weil der Rettungswagen dann endlich ca. 06:10 Uhr, also fast 30 Minuten [oder ca. 40 Minuten] nach dem ersten Anruf , endlich bei uns eingetroffen ist. (Wohlgemerkt die Strecke beträgt ca. 8km vom Kreiskrankenhaus Backnang bis zu unserem Haus in Oppenweiler)

Kommentar von meinem Papa:

Er ist dafür, dass die Rettungswagen mit VIEL mehr PS ausgestattet werden, damit solche Einsätze (nicht mehr für uns, aber vielleicht für andere in Not geratene Menschen) schneller gefahren werden können. Oder vielleicht hätten diese mit einem Fahrrad kommen sollen, denn selbst mit dem ist man noch schneller für diese Strecke.

wie es mit dem Rettungsteam dann weiter gegangen ist: hier klicken...

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Emilie Burkart, + 24.01.2006

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