Das ortsansässige Bestattungsunternehmen, Teil 2Am Tag nach meinem Ableben hatte mein Papa einen Termin um 09:00 Uhr morgens bei der Firma, die sich anscheinend mit solchen Dingen auskennt, abgemacht. Mein Papa ging also mit meiner Oma, denn meine Mama musste ja noch auch meinen großen Bruder aufpassen und war auch nicht in der Verfassung für die Erledigung solcher Formalitäten, zu dem ortsansässigen Bestattungsunternehmen. Er klingelte und es wurde Ihm auch sofort aufgemacht, da man Ihn ja schon erwartet hatte. Auch der Mann des Unternehmens erschien in seiner Arbeitskleidung, die selbe Klufft wie seine beiden Kollegen am Vortag. Der Mann war Anfangs höflich und zuvorkommend, so bat er die Beiden in sein Büro. Er bot auch jedem sofort einen Platz an, meiner Oma bot er den Stuhl in der Ecke an, für meinen Papa bemühte er sich sogar einen anderen Schreibtischstuhl aus einen Nebenzimmer zu holen und stellte diesen mitten in den Raum, so dass sich mein Papa genug bewegen konnte. Er selbst setzte sich an den Schreibtisch mit dem Rücken zu den beiden und holte die schon vorbereiteten Papiere nach kurzem suchen zwischen seinen anderen "Baustellen-Ordnern" heraus und wollte auch sofort loslegen. Mein Papa aber, wollte zu erst mal wieder eine Frage geklärt haben: (Wie schon am Tag zuvor. Keine Angst, es war nicht die Frage, warum die Sanitäter so lange für Ihr Eintreffen gebraucht haben.) Er wollte wissen, wörtlich: "Ob es in der Firma so üblich ist, dass man so Pietätslos arbeitet?" Der Mann meinte darauf hin nur, dass es ab jetzt alles besser wird! Wir aber auch das Recht hätten, wörtlich von dem Bestatter: "Wir uns aber auch gerne an jemanden anderen wenden können! Wir müssen nicht bei Ihm bleiben!" Er erklärte uns in aller Kürze, wo wir die Blumen für meine Beerdigung, bestellen könnten, zeigte Ihnen ein Braunes Holzkreuz, welches an meinem Grabe stehen soll, gab ihnen dann noch die Informationen wofür wir alles einen Totenschein brauchen händigte ihnen einen Schlüssel zur Leichenhalle, in der die beiden anderen Herren mich am Tag zuvor gebracht hatten, damit mich meine Angehörigen jederzeit vor meiner Beerdigung noch besuchen können. Meine Oma hatte von meiner Mama noch Spielzeug und einen Teletubbie mitgenommen, damit die Herren mir diese noch dazulegen sollen. Der Herr nahm den Beutel entgegen und stellte Ihn Vorsichtig neben einen mit Schmierzettel gefüllten Papierkorb. (Weiter möchte ich das hier nicht erleutern, denn allein bei dem Anblick fiel ich fast wieder aus den Wolken!) Auf eine Art hatte der Mann ja Recht, es ging nicht genauso Pietätslos weiter, NEIN, es wurde sogar noch schlimmer! Denn in seinem Handwerker-Büro, in dem die Formaliäten geklärt werden sollten, klingelte ab und an auch noch das Telefon und er versuchte nebenbei noch Geschäfte für sein anderes Holz-Geschäft abzuwickeln. Das wurde meinem Papa dann aber zu "bunt", er stand auf und verlangte alle Unterlagen, die am Tag zuvor von den fast allen anwesenden Herren ausgefüllt wurden, zurück und teilte dem Herrn in einem etwas lauteren, aber dennoch sachlichen und verständlichen Ton mit, dass das was der Herr hier veranstaltet, so wörtlich: "Unter aller Sau ist!" Der am Anfang doch so zuvorkommende Herr (man erinnert sich, er hat immerhin meiner Oma einen Stuhl in der Ecke, und meinem Papa einen Drehstuhl im Raum hingestellt!) zuckte nur mit den Schultern und sagte, so wörtlich: "Bitte dann gehn Sie doch wo anderst hin, wenn es Ihnen hier nicht passt!" Darauf hin fuhr mein Papa und meine Oma zu dem "Bestattungshaus zur Ruhe" nach Backnang. Kommentar von meinem Papa: Entweder man konzentriert sich auf ein Geschäft, oder man lässt es bleiben. Man kann nicht längere Zeit auf zwei Hochzeiten tanzen! Aber so ist es anscheinend, dass heutzutage man sich entweder alles gefallen lässt, oder man auch mal den Mut aufbringt und den Mund aufmacht. Unser Entschluß von dem Bestattungsunternehmen wegzugehen und ein anderes zu suchen, war die beste Entscheidung, die man treffen konnte. Mehr dazu auf der folgenden Seite. wie es weiterging: hier klicken... |
||
|
|